4. Warum brauchen wir rund 140 Arten im Jagdrecht? Forderungen gehen dahin, nur etwa ein Dutzend häufige Arten darin zu belassen.

• Das Jagdrecht ist ein Eigentumsrecht. Die Reduzierung des Katalogs der jagdbaren Arten verletzt dieses Eigentumsrecht.

• Das Jagdrecht ist auch ein Schutzrecht: Seltene Arten, die dem Jagdrecht unterliegen, profitieren von der Hegeverpflichtung, die für Jäger und Grundeigentümer gilt und sogar gesetzlich verankert ist.

• Seehund, Seeadler, Fischotter, Luchs, Wildkatze: Diese Arten unterliegen dem Jagdrecht und sind ganzjährig geschützt. Weil sie dem Jagdrecht unterliegen, fließt Geld aus der Jagdabgabe – die jeder Jäger entrichten muss – in deren Schutz und Erforschung. Zudem verbessern Jäger durch praktische Naturschutzarbeit den Lebensraum. Alle genannten Arten sind im Aufwärtstrend. Der Seeadler wurde 2009sogar von der Roten Liste genommen.

• Zur Hegeverpflichtung für seltene Arten gehört auch die Bejagung von räuberischen, anpassungsfähigen Arten wie Fuchs, Waschbär, Marder.

• Vergehen gegen das Jagdrecht werden grundsätzlich höher bestraft als gegen das Naturschutzrecht.

Praxisbeispiel:

Gemäß Bundesnaturschutzgesetz zählen Greifvögel zu den besonders geschützten Arten und unterliegen somit neben dem Jagdrecht auch dem Naturschutzrecht. Im Jagdrecht genießen alle Greifvögel eine ganzjährige Schonzeit, womit eine Bejagung verboten ist. Wird ein Greifvogel, z.B. ein Mäusebussard trotzdem verletzt oder getötet, macht sich der Täter sowohl nach den jagdrechtlichen Vorschriften (§ 38 BJagdG) als auch nach den naturschutzrechtlichen Vorschriften (§ 69 BNatSchG) strafbar. Nach § 38 BJagdG kann derjenige, der z.B. einen Mäusebussard tötet mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe belegt werden. Nach § 69 BNatSchG liegt in diesem Fall lediglich eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldzahlung vor.

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